Die Technik 1945 - 1984
Technik heute Technik ab 1878 Technik ab 1928 Technik ab 1978

Der "gespaltene" Neuanfang (1945 - 1963)
In Vacha übernahmen nach den Amerikanern die Sowjets die Besatzungsmacht. Ein Teil der "Hoßfeldschen Druckerei" in Weidenhain gehörte jetzt zur BRD, der andere zur DDR.
Ein 5 km breites Sperrgebiet entlang der neuen Grenze, das ohne Einreisegenehmigung von Fremden nicht betreten werden durfte, isolierte Vacha weitgehend.
Den neuen Machthabern waren die Feuerwehren wiedermal suspekt.  Sie gehörten zwar personell und finanziell zum Rate der Stadt, die eigentliche Feuerwehrarbeit kontrollierte aber eine spezielle Abteilung der Feuerwehr der "Deutschen Volkspolizei" in Bad Salzungen.
Unter den Grenzbedingungen war die Feuerwehrarbeit schwieriger geworden, dennoch entwickelten die Angehörigen der Vachaer Feuerwehr zu dieser Zeit vielfältige Initiativen.
Vorwiegend in Eigenleistung erweiterte man die technische Ausstattungen z.B. um ein repariertes Notstromaggregat aus Wehrmachtszeiten, Feldtelefone, zur Verbesserung der Nachrichtenübermittlung bei Großeinsätzen oder ein als Nachrichtenfahrzeug oder Lautsprecherwagen umgebautes Volksarmee-Fahrzeug. Ein Schlauchboot schließlich war unentbehrlich für die häufigen Hochwassereinsätze an Öchse und Werra oder auch für die Suche und Bergung von Suizid-Leichen aus der Werra. Noch einmal verschärfte Grenzsicherheitbestimmungen machten auch dem ein Ende. Der Bereich der Werra bei Vacha durfte nicht mehr betreten werden. Noch nicht einmal die Entnahme von Löschwasser war gestattet. Ein Feuerlöschteich in der Werrastraße war als Ersatz gedacht. Die kläglichen Reste "verschönern" heute noch das Stadtbild.
Erst 1963 wurde das alte LF 15 Baujahr 1939 durch ein neues Fahrzeug LF 16 auf Dieselbasis (H3A) ersetzt.
Vom Spritzen- zum Gerätehaus (1965 - 1984)

zum Vergrößern auf das Bild klicken!
Alle Geräte in den vorhandenen Räumen unterzubringen war kaum noch machbar. Also betrieb der damalige Wehrleiter den unter den gegebenen Bedingungen schier unmöglich erscheinenden Neubau eines Gerätehauses. Und es gelang.  1965 war der erste Spatenstich, 1967 die Inbetriebnahme. Einen beträchtlichen Anteil des Gesamtwertes erbrachten die Angehörigen der Wehr in unbezahlter Eigenleistung. Im neuen Haus konnten nicht nur alle Geräte untergebracht werden, ein Schulungsraum, bis dahin fanden die Schulungen in der "Burg Wendelstein" statt, und ein Schlauchtrockenturm waren wertvolle Ergänzungen. Die Schläuche wurden vorher übrigens im entsprechend hergerichteten alten Stadtmauerturm an der alten Burg getrocknet.
1976 erhielt die Wehr ein generalüberholtes Tanklöschfahrzeug (2000 Liter Tankvolumen). Die Brandbekämpfung konnte damit unmittelbar nach dem Eintreffen am Brandherd begonnen werden, ohne auf den Aufbau der Wasserversorgung warten zu müssen.
Ab 1969 arbeiten auch Frauen in der Wehr mit. Anfängliche Vorbehalte waren schnell überwunden. Inzwischen ist die Arbeit ohne sie nicht mehr denkbar. Zu erwähnen ist noch die Gruppe "vorbeugender Brandschutz". Eine DDR-Besonderheit, die es heute nicht mehr gibt. Die Kameradinnen und Kameraden dieser Gruppe waren nach der "Ermächtigung" durch den Rat der Stadt berechtigt, alle Wohnungen auf Brandschutzmängel zu überprüfen und entsprechende Auflagen zu erteilen. Tatsächlich erfolgten solche Kontrollen einmal im Jahr in fast allen Häusern. Heute würde dies wohl als "Hausfriedensbruch" empfunden.
© Freiwillige Feuerwehr Vacha e. V. • Design by PC-Systems